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Literatur für junge LeserInnen
Lesen im Park
Sommertagung
DIXI Kinderliteraturpreis
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Lesen im Park
2. Juli - 31. August 2007
Das Projekt unter Förderung der Magistratsabteilung
13 versorgt nun schon seit 1981 Wiener Kinder während der Sommermonate
mit Lesestoff. Im Rahmen des Wiener Ferienspiels konnte man auch heuer
wieder an 5 Stationen in Bücherkisten wühlen, malen und Rätsel
lösen oder sich Bücher für zu Hause ausborgen.
Die Aktion mit ihren Standorten im "freien Feld" versucht, Kinder an Orten
zu erreichen, die sie ohnehin gerne aufsuchen: Parks, Freibäder und
Spielplätze. So werden Berührungsängste abgebaut und auch
jene erreicht, die noch keinen direkten Zugang zum Buch haben - ein Ziel,
das bleibend aktuell ist. Die Standorte sind dabei bewusst als Zusatzangebot
zu "konventionelleren" Leseorten wie Schule oder Bibliothek zu verstehen
und machen so den jungen LeserInnen das Medium Buch auch in den Ferien
schmackhaft.
Ein besonders Angebot ist die unbürokratische Entlehnmöglichkeit:
Bei Lesen im Park muss man sich nicht erst in einer Bibliothek einschreiben
und Gebühren zahlen, sondern kann seine Lieblingsbücher kostenlos
mit nachhause nehmen. Das Angebot wird rege genützt: Besonders bei
der Station Augarten oder Gänsehäufel ist die Entlehnmöglichkeit
sehr beliebt. Der Spiel - und Freiluftcharakter der Aktion hilft dabei,
Lesen mit Spaß zu verknüpfen und somit eine wichtige Basis
für zukünftiges Leseverhalten zu schaffen. Dazu tragen wesentlich
auch die geschulten BetreuerInnen bei, die den kleinen BesucherInnen vorlesen
und mit ihnen spielen und basteln.
Die Stationen von 2006 wurden auch dieses Jahr beibehalten, nachdem der
2005 zum ersten Mal betriebene Alois Drasche-Park im 4. Bezirk gut aufgenommen
wurde. Die Standorte Augarten, Gänsehäufel, Oberlaa und Allerheiligenplatz
haben sich bereits seit vielen Jahren etabliert, wobei der Augarten (Waldspielplatz),
das Gänsehäufel (gegenüber dem Kinderbecken) und Oberlaa
(beim Gschroppenhaus) auch im Rahmen des Wiener Ferienspiels im Programm
von Wien Xtra gelistet sind.
Dass Lesen im Park als Freiluftaktion mit einer zweimonatigen Laufzeit
ein sehr wetterabhängiges Förderungsprojekt ist, hat sich auch
dieses Jahr wieder gezeigt. Nach dem Besucherrekord im vergangenen Jahr
gingen die statistischen Zahlen heuer wieder auf den Mittelwert der Jahre
2005/2006 zurück - bedingt durch die vielen regnerischen Tage Anfang
und Mitte Juli. Gerade im Gänsehäufel wurde deutlich, dass 2007
nicht gerade ein Badesommer war - hier gingen die Besucherzahlen leicht
zurück.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Besucherzahlen bei manchen Stationen
trotzdem gesteigert werden konnten: So verzeichnete der Alois Drasche-Park
ca. 830 BesucherInnen (das sind um ca. 100 mehr als im Vorjahr) und hat
sich damit als Standort gut etabliert. Auch der Allerheiligenplatz wurde
überaus gut aufgenommen: Während 2006 noch 1150 Kinder und Erwachsene
die Station besuchten, waren es heuer sogar ca. 1750!
Bei Lesen im Park ist jede Station anders, wird genau evaluiert und besitzt
ein eigenes Flair. Der Waldspielplatz inmitten des Augartens vermittelt
eine ruhige Atmosphäre. Im Gänsehäufel, wo oft zwischen
Schwimmbecken und Bücherkisten gewechselt wird, geht es turbulent
und besonders lebhaft zu. Manche Stationen werden großteils von
Kindern ohne Begleitperson aufgesucht. Besonders am Allerheiligenplatz
wird das deutlich: Dort kamen nur 9% der kleinen BesucherInnen mit ihren
Eltern oder erwachsener Begleitung, während an den anderen Standorten
ca. 20-30% der BesucherInnen zu den Erwachsenen zählten.
Lesen ist nach wie vor eher weiblich: Übereinstimmend mit allen Leseforschungsergebnissen
weltweit nutzen auch das Angebot von Lesen im Park mehr Mädchen als
Jungen. Im Augarten stehen z.B. 43 % weibliche Besucherinnen 29 % männlichen
Leseratten gegenüber. Insgesamt liegt der Anteil der Mädchen
an den Stationen zwischen 40 und 53 %, der der Burschen zwischen 28 und
38 %.
Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache werden sehr gut am Allerheiligenplatz
oder Alois Drasche-Park erreicht. Der kulturelle Austausch wird laut Berichten
der BetreuerInnen als Bereicherung dieser Standorte empfunden. An diesen
beiden Stationen sind die MitarbeiterInnen daher besonders gefordert,
zwischen Kindern verschiedener Nationalitäten zu vermitteln und Sprachbarrieren
abzubauen.
Viele von Ihnen berichten auch von Kindern, die sie schon seit einigen
Sommern kennen und die sich auch an die BetreuerInnen erinnern. Das zeigt,
dass die Aktion in den Köpfen der kleinen BesucherInnen präsent
bleibt und sich viele von ihnen jedes Jahr wieder auf die Station freuen.
Und für die MitarbeiterInnen von Lesen im Park ist es immer wieder
ein kleiner Erfolg, Kinder zum Lesen zu motivieren, die anfangs dem Medium
Buch eher skeptisch gegenüber standen.
Jährliches Feedback und die Evaluation der Stationen sind besonders
wichtig. Vor- und Nachbesprechungen mit den MitarbeiterInnen spielen dabei
eine wichtige Rolle, um zu gewährleisten, dass die Standorte bezüglich
Ausstattung, Buchauswahl, Öffnungszeiten und Betreuung nicht den
aktuellen Erfordernissen "hinterherhinken". Denn nur so können möglichst
viele Kinder erreicht und davon überzeugt werden, wie lustig Lesen
sein kann.
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