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Wenn Träume wahr werden Anfangs stellt der/die Lesende sich möglicherweise
die Frage, warum dieses Buch von "Oldenburg" bis zum "Peter
Härtling", von "Limburg" bis zum "Lande Steiermark",
sämtliche Jugendbuchdebütpreise erhalten hat, und zwar historisch
einmalig alle auf einen Schlag? Schließlich kommt diese Trennungs-
und Liebesgeschichte auf den ersten Blick eher konventionell daher, oder
sagen wir besser: zugänglich. Die Ich-Erzählerin Charlotte muss
mit ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern das schöne Elternhaus
mit der Ulme vorm Fenster verlassen. Denn nicht der lebenslustige und
vermögende Nachbar Kurt Melchior, der ihrer Mutter schöne Augen
macht, bringt die Familie auseinander, sondern ihr Vater. Er hat sich
verguckt, aber wie. Und wohnt jetzt mit der wirklich netten Sekretärin
Babsi zusammen, der man ja nicht mal richtig böse sein kann, eben
weil sie so nett ist. Also ziehen die drei Restposten zu Oma ins Reihenhaus.
Nur vorübergehend. Denn Mamas lethargische Stimmung verschwindet
schlagartig, als es nach einem zufälligen Treffen doch knistert zwischen
ihr und dem ehemaligen Nachbarn, dem Kurt. Auch für Charlotte verändert
sich so einiges. Ein Neuer kommt in die Klasse, Carlo, der seinen italienischen
Vater bei einem Unfall verloren hat und jetzt wieder zurück ins Städtchen
gezogen ist. Und es gibt den Sulzer, den Lautsprecher der Klasse und Rabauken
vom Dienst, der sich Charlotte gegenüber auf einmal von einer ungewohnt
weichen Seite zeigt. Es dauert, bis Charlotte merkt, warum. Doch dann
ist es schon zu spät. Der Sulzer weiß längst, dass er
keine Chancen bei Charlotte hat, noch bevor die sich darüber im Klaren
ist, dass sie in Carlo verliebt ist. Währendessen ist die kleine
Rumpffamilie ein Haus weitergezogen, zu Kurt ins feudale Eigenheim mit
Swimmingpool und Blick auf die Ulme von nebenan. Aber vielleicht ist das
auch nur der Versuch von Charlottes Mutter, nach außen hin ein Stück
neues Glück zu demonstrieren, als Gegenentwurf zu ihrem Vater, der
sein Glück in Gestalt eines Babys von Babsi in Händen hält. Ralf Schweikart lebt als Journalist in Bad Homburg;
er war Mitglied der Jurys zum Oldenburger und zum Limburger Kinderliteraturpreis. "Dieses Buch hat mich wirklich überrascht: Es ist bitter, süß, salzig und sauer … Und es endet so stark, dass ich Charlotte noch lange nicht loslassen konnte." Der niederländische Autor Guus Kuijer in seiner Laudatio zum Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis |
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Charlottes Traum Weinheim: Beltz & Gelberg 2009 |
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