Buch des Monats der AG Kinder- und Jugendliteratur


Sie sind seit Jahren ein gut eingespieltes, produktives und höchst erfolgreiches Team, die Autorin und Lyrik-Staatspreisträgerin Gerda Anger-Schmidt und die ebenso vielfach ausgezeichnete Buchkünstlerin Renate Habinger. Mit „Neun nackte Nilpferddamen“ (2003) und „Muss man Miezen siezen“ (2006) haben sie einen neuen Standard für jene Buchgattung gesetzt, die zu einem kreativen, spielerischen und lustvollen Umgang mit Sprache verführen will. Gedichte unterschiedlicher Art, Lügenge-schichten, Rätsel und andere kleine Formen wurden mit Witz und Phantasie illustriert und gestaltet – beide Bücher sind sowohl in Kindergärten und Schulen wie auch zu Hause unentbehrlich.

Die jetzt vorliegende Sammlung von Kinderliedern schließt hier nahtlos an. Gerda Anger-Schmidt, die in einem kurzen Vorwort ihre Liebe zum Singen emphatisch zum Ausdruck bringt, ist für die Sammlung verwantwortlich: Bekannte und unbekannte, tradtionelle und schräge, heimatliche und fremde, deutsche und anderssprachliche, liebliche und böse, fremde und selbst erdachte Lieder hat sie auf eine feine Art zusammengestellt, hat übersetzt und umgedichtet. Susanna Heilmayr, als Musikerin in sehr unterschiedlichen Genres profiliert, hat Anger-Schmidts neue Texte vertont, für die Arrangements gesorgt und dafür, dass alles gut nachsing- und spielbar ist. Und Renate Habinger schließlich hat Texte und Noten mir ihren außergewöhnlichen Figuren zusammengebracht, die außerordentlich musikalisch zu sein scheinen. Das Ganze ist ein Augenschmaus geworden, sehenswert auch dann, wenn man glaubt, nicht singen zu können oder zu wollen. Das allerdings kann sich das musikalische Trio wahrscheinlich gar nicht vorstellen …

Wie es klingen kann, wenn man nicht nur mit Leib und Seele singt, sondern das darüberhinaus noch sehr sehr gut kann, das ist auf der gleichnamigen CD zu hören. 53 Lieder und Gedichte aus dem Buch werden hier in höchst unterschiedlichen musikalischen Umsetzungen und kreativer Instrumentierung präsentiert. Vom traditionellen Volkslied über den Kinderchor bis zu schräger Lyrik-Vertonung ist alles vertreten, neben Flöten, Klavier und Schlagzeug sind auch so seltsame Instrumente wie Autoharp, Wurstfagott oder Alufun zu hören. Alles zusammen ergibt einen wirklichen Hörgenuss – nicht nur für Kinder. Und wenn es in einem Quodlibet heißt: "Singt nicht so falsch und plärrt nicht so jämmerlich!", so können wir das jedenfalls als Aufforderung verstehen, mitzusingen, wie wir es wollen!

Franz Lettner für 1000 und 1 Buch


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Gerda Anger-Schmidt & Renate Habinger & Susanna Heilmayr:
Simsalabimbambasaladusaladim

Nilpferdwalzer, Zungenschnalzer & viele andere Lieder

St.Pölten: Residenz 2008
Buch: 132 Seiten; Eur 18,90 Doppel-CD: ca. 100 Min | Eur 16,90

Residenz Verlag



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