| |
Buch des Monats Februar 2009

|
|
Buch des Monats der AG Kinder- und Jugendliteratur
Sie sind seit Jahren ein gut eingespieltes, produktives und höchst
erfolgreiches Team, die Autorin und Lyrik-Staatspreisträgerin Gerda
Anger-Schmidt und die ebenso vielfach ausgezeichnete Buchkünstlerin
Renate Habinger. Mit „Neun nackte Nilpferddamen“ (2003) und
„Muss man Miezen siezen“ (2006) haben sie einen neuen Standard
für jene Buchgattung gesetzt, die zu einem kreativen, spielerischen
und lustvollen Umgang mit Sprache verführen will. Gedichte unterschiedlicher
Art, Lügenge-schichten, Rätsel und andere kleine Formen wurden
mit Witz und Phantasie illustriert und gestaltet – beide Bücher
sind sowohl in Kindergärten und Schulen wie auch zu Hause unentbehrlich.
Die jetzt vorliegende Sammlung von Kinderliedern schließt hier nahtlos
an. Gerda Anger-Schmidt, die in einem kurzen Vorwort ihre Liebe zum Singen
emphatisch zum Ausdruck bringt, ist für die Sammlung verwantwortlich:
Bekannte und unbekannte, tradtionelle und schräge, heimatliche und
fremde, deutsche und anderssprachliche, liebliche und böse, fremde
und selbst erdachte Lieder hat sie auf eine feine Art zusammengestellt,
hat übersetzt und umgedichtet. Susanna Heilmayr, als Musikerin in
sehr unterschiedlichen Genres profiliert, hat Anger-Schmidts neue Texte
vertont, für die Arrangements gesorgt und dafür, dass alles
gut nachsing- und spielbar ist. Und Renate Habinger schließlich
hat Texte und Noten mir ihren außergewöhnlichen Figuren zusammengebracht,
die außerordentlich musikalisch zu sein scheinen. Das Ganze ist
ein Augenschmaus geworden, sehenswert auch dann, wenn man glaubt, nicht
singen zu können oder zu wollen. Das allerdings kann sich das musikalische
Trio wahrscheinlich gar nicht vorstellen …
Wie es klingen kann, wenn man nicht nur mit Leib und Seele singt, sondern
das darüberhinaus noch sehr sehr gut kann, das ist auf der gleichnamigen
CD zu hören. 53 Lieder und Gedichte aus dem Buch werden hier in höchst
unterschiedlichen musikalischen Umsetzungen und kreativer Instrumentierung
präsentiert. Vom traditionellen Volkslied über den Kinderchor
bis zu schräger Lyrik-Vertonung ist alles vertreten, neben Flöten,
Klavier und Schlagzeug sind auch so seltsame Instrumente wie Autoharp,
Wurstfagott oder Alufun zu hören. Alles zusammen ergibt einen wirklichen
Hörgenuss – nicht nur für Kinder. Und wenn es in einem
Quodlibet heißt: "Singt nicht so falsch und plärrt nicht
so jämmerlich!", so können wir das jedenfalls als Aufforderung
verstehen, mitzusingen, wie wir es wollen!
Franz Lettner für 1000 und 1 Buch
Buch
des Monats - Archiv

nach oben
|
|