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Buch des Monats Dezember 2006
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Der Inhalt des Romans, dessen Autor in der niederländischen
Presse als der „Marquez im Polder“ bezeichnet wurde, ist der
jeder Coming-of-Age-Geschichte: die Jahre des Erwachsenwerdens, geprägt
von Ablösung und Aufbruch, Sehnsucht nach Liebe, Gier nach dem Körper,
großen Empfindungen – in jede Richtung, Freundschaft und Verrat.
Wie Wieringa aber diesen Stoff umsetzt, ist bemerkenswert: Er erzählt
mit überbordender Leidenschaft und großer Lust am Detail, er
widmet sich ausgiebig den Nebenfiguren und schildert kleine Szenen minutiös,
um danach wieder große Bögen zu machen und unverfroren Lomark
und die Welt zu erklären. Das alles geht in einer ausgesprochen metaphorischen
Sprache vor sich, ungewöhnliche Bilder, nur selten in den Sand gesetzt,
dienen oft als Pointen, vor denen der Autor im übrigen auch nicht
zurückschreckt, wenn sie eher sehr derb sind. „Joe Speedboat“ ist nichts für zart besaitete LeserInnen, es ist vielmehr ein sehr „körperlicher“ Roman – und ein sehr männlicher. Das liegt klarerweise am Stoff, vor allem aber auch an der Figur des Erzählers, dessen körperliche Versehrtheit die Perspektive und den Grundton bestimmt. Neu ist das nicht – und wohl auch der Grund, dass Wieringa von RezensentInnen schon mal in die Nähe des Amerikaners John Irving gerückt wurde – , aber es funktioniert prächtig. Ein sinnliches Lesevergnügen, jedenfalls für Hartgesottene. Franz Lettner für "1000 und 1 Buch" |
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Hanser 2006 |
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