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Buch des Monats November 2005 |
Silke will am liebsten aus ihrer Haut. Jener Haut, die ihr Vater immer wieder gegen ihren Willen streichelt. Silke hat eine Strategie entwickelt, wie sie aus ihrer Haut fahren kann, nicht mehr anwesend ist in ihrem Körper: Sie verwandelt sich kraft ihrer Imagination in ein Tier, sobald sich der Vater zu nähern droht. Mit diesem Verdrängungsmechanismus gelingt es Silke, die Situation auszuhalten. Doch nun wird ihre jüngere Schwester acht Jahre alt. Als Silke acht Jahre wurde, haben die väterlichen Übergriffe angefangen. Wie kann Silke ihre Schwester schützen? "Acht Tage mit Engel" sorgen dafür, dass Silke Hilfe sucht. Engel, so heißt das Mädchen, das plötzlich in Silkes Klasse auftaucht und behauptet, Menschen zu sammeln, frohe Menschen: "Wenn ich jemanden treffe, der unglücklich ist, versuche ich ihn froh zu machen". Mit seiner Hartnäckigkeit gelingt es Engel, Silkes Vertrauen zu gewinnen, ihr sorgfältig gehütetes Geheimnis zu erfahren und sie schließlich zu überzeugen, dass sie etwas gegen den Vater unternehmen muss. Das Einfühlungsvermögen der Autorin in Silkes Seelenqual und die literarische Umsetzung beeindrucken gleichermaßen. Die innere Verwandlung Silkes in Tiere drückt besser als alle Adjektive aus, wie hilflos und einsam sich Silke fühlt. Zugleich zeigt die Autorin mit dem Erscheinen Engels auf, dass es Hoffnung für Mädchen wie Silke gibt. Denn mehr als ein Symbol für Hoffnung und Beistand ist Engel nicht: Die nötigen Schritte zur Befreiung aus der Zwangslage muss Silke selbst gehen. In kurzen, sparsamen Sätzen wird die Autorin, die beim Kindersorgentelefon gearbeitet hat, dem komplexen Thema bestens gerecht, weil sie sich ganz in seinen Dienst stellt, ohne die für eine gelungene literarische Umsetzung nötige Distanz aufzugeben. Christina Rademacher für "1000
und 1 Buch" |
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Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann Sauerländer 2005 |
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