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Buch des Monats Juli 2005 |
In einer punktgenauen Sprache voller Poesie und mit einer bestechenden Lust zum Fabulieren beschreibt der Autor die Schönheiten und Eigenheiten der wundersamen Wohnstätten - die dann recht bald wieder verlassen werden: Jedes der kurzen Kapitel endet mit einer Art Abzählvers, der ein neues Heim "einzählt". Da heißt es zum Beispiel: "Die Mutter lernte vier neue Sprachen, der Großvater verlor drei Zähne, der Bruder fand zwei neue Freunde und die Großmutter hatte eine Lungenentzündung. Der Vater aber liebte die Mutter nicht mehr. Deshalb zogen wir in den Wald." Die in sich stimmige Logik scheint direkt kindlichen Vorstellungswelten entnommen zu sein und wirft gleichzeitig mehr Fragen als Antworten auf: Stamm zeichnet keine "fertigen Bilder", sondern er macht Anspielungen, er verstrickt klug Erlebtes mit Erdachtem, er deutet Wahrnehmungen und Sehnsüchte an, er verwandelt Gerochenes, Gesehenes, Gefühltes, Gehörtes in eine fein dosierte Sprache - ganz ähnlich wie es Jutta Bauer in ihren faszinierenden, ein wenig an Kinderzeichnungen erinnernden Bildern tut: Aus immer neuen Perspektiven und mit zarten Farben bringt sie ihre ganz eigenen verträumten und verspielten Welten aufs Papier. Wiederkehrende Motive wie eine rote Katze und ein Teppich liefern den nötigen Zusammenhalt, viele amüsante Details bereichern den Bildraum. Auch auf den Textseiten illustrieren zarte Bleistift- oder Kohlezeichnungen diese großartige Familien-Odysee: Wie auf einem Laufband gehen, klettern, hüpfen, schlafen sich die Protagonisten von Wohnstätte zu Wohnstätte, um schließlich doch in ihrem Zuhause anzulangen. Endlich! Daheim! Silke Rabus für "1000 und 1 Buch" |
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Beltz & Gelberg 2005 |
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