Buch des Monats der AG Kinder- und Jugendliteratur

Wechselseitige Liebesbezeugungen zwischen Hasenmama und Hasenkind vor hellblauem Hintergrund - das kann nicht Euer Ernst sein? Da gilt es doch sofort trotzig die Hände über dem Tisch zu verschränken und muffig auf die halbleere Kekspackung zu stieren. Und man erhält Recht vom Hasenkind am Cover, dass sich wohl ebenfalls gegen dieses Genre verwehrt. Der titelgebenden Zuneigungsbekundung fügt es mit dem ersten Umblättern ein deutliches NICHT hinzu. Denn seien wir uns ehrlich: was ein aufgeweckter Hase sein will, braucht ein wenig Handlungsspielraum. Langes Schlafen am Sonntagmorgen und großes Geschimpfe wegen der überquellender Schaumlandschaft beim Roboterbaden ist da nicht akzeptabel. Da kann man sich in den durch zahlreiche großflächige Übermalung ausgestalteten Bildern mit seinem colorierten Hasenkörper aus Kreidestrichen schon mal widerständig querlegen und der noch immer im Bett liegenden Hasenmutter deutlich den Grad der Zumutung anzeigen. Denn - und das ist der Gipfel! - man hat auch erfahren, dass man die Hasenmutter bei all den Einschränkungen, denen man ohnehin ausgesetzt ist, nicht einmal heiraten darf! Auch dann nicht, wenn man SO GROSS ist, dass man eine vom Bilderbuchrand ins Innere ragende Wolkenkratzerstadt durchreiten kann, als wäre man der Riese BumBum. Da darf man mit Recht die Tür in der himmelblauen Wand hinter sich zuknallen!

Nur irgendwie entkommt man seiner Bestimmung nicht und der konsequent aus Kindersicht auf die Ereignisse geworfene Blick legt halt auch liebevoll das Unglück über das Alleingelassensein frei. Es dauert schließlich schon unendlich lange, dieses Alleinsein, schon den ganzen Sonntagmorgen, an dem Mama nichts als schlafen will … Und während man am Beginn noch unmutig im Schmutzwäschekorb gekramt hat, hängen am Ende die frisch gewaschenen Lieblingsstrumpfhosen an der Leine und irgendwie rührt das so sehr, dass man sogar das Hellblau ganz wunderschön findet. Es passt ja auch so gut zu Schwarz.

Heidi Lexe für "1000 und 1 Buch"


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Komako Sakai:
Mama, ich mag dich ...


Aus dem Japanischen
von Ursula Gräfe

Moritz 2005
ISBN 3-89565-160-5
32 Seiten
Eur-D 12,80 | Eur-A 13,20

Moritz Verlag

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