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Buch des Monats September 2004
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Buch des Monats der AG Kinder- und Jugendliteratur
"Es gibt Heilige, die früher Seeleute, Schmiede, Soldaten, Bäcker, Lehrer, Hausfrauen, Schweinehirten und sogar Könige waren. Aber in der gesamten Menschheitsgeschichte ist es kein einziges Mal vorgekommen, dass ein Immobilienmakler heilig oder wenigstens selig gesprochen wurde. Das gibt einem doch zu denken."
Ich-Erzähler Damian, mit Vater und Bruder gerade in ein neues Haus gezogen, kennt sich aus mit den Schutzheiligen. Im Garten hat er sich eine Eremitage gebaut, er kasteit sein Fleisch und hat die eine oder andere Vision. Möglich, dass er in seinem Eifer nach gottgerechtem Leben etwas übertreibt. Immerhin levitiert er noch nicht. Und er will ja "einfach nur gut sein".
Dies fällt ihm nicht mehr so leicht, als ganze 229 370 Pfund in seine Hände geraten. Auf nicht ganz legalem Wege und schon gar nicht von Gott gesandt, wie Damian zunächst meint. Was würde wohl der Heilige Franz von Assisi mit so viel Geld machen? Damians nicht ganz so heiliger Bruder Anthony weiß jedenfalls ganz genau, was er damit anstellen würde, widmet er sich doch weitaus irdischeren Belangen wie Immobilien und Wertpapieren.
Eines teilen die beiden ungleichen Brüder: Sie haben jede Menge Geld. Aber nur 17 Tage Zeit, um es auszugeben. Denn dann werden alle ihre Millionen durch die geplante Euroumstellung wertlos sein. Schwierige Zeiten beginnen ...
"Wir hatten gedacht, dass das Geld schon alles für uns regeln würde, und nun mussten wir alles für das Geld regeln."
Frank Cottrell Boyce's Roman ist höchst konstruiert, aber auch höchst amüsant.
Was "Die Kurzhosengang" – ebenfalls bei Carlsen erschienen – im Frühjahr in der Sparte Kinderbuch war, könnte "Millionen" nun im Herbst schaffen. Ein herausragendes Lesevergnügen.
Klaus Nowak
Mehr dazu in der nächsten Nummer von "1000 und 1 Buch"
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Buch des Monats - Archiv
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