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Buch des Monats Jänner 2004
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Buch des Monats der AG Kinder- und Jugendliteratur
"Am Anfang war das Nichts. Das kannst du dir schwer vorstellen. Du musst
alles, was es jetzt gibt, weglassen. Du musst das Licht ausmachen und selbst
nicht da sein und dann sogar noch die Dunkelheit vergessen, denn amAnfang
war nichts, also auch keine Dunkelheit. Wenn du den Anfang von allem wissen
willst, musst du sehr viel weglassen. Auch deine Mutter."
Lässt man die Mutter weg, dann ist man selbst nicht mehr da und wenn kein
ich da ist, dann bleibt nichts. Wer allerdings der kleine nackte Mann ist,
der Gott bei seiner Arbeitswoche zusieht und Kommentare abgibt, mal
bösartig, mal erstaunt, mal ganz wütend und dann wieder demütig klein, das
wissen wir nicht. Adam kann es schwerlich gewesen sein, weil am Anfang ja
nichts war. Ist der kleine Mann gar das personifizierte Wort, das am Anfang,
gleich vor oder nach dem Nichts gewesen ist? Oder ein alter ego vom lieben
Gott?
Bart Moeyaert behauptet, dass er es auch nicht weiß, dabei war er doch
ebenfalls von Anfang an dabei. Und Wolf Erlbruch? Der sagt zwar nichts, aber
der weiß es wohl, weil der muss eigentlich alles wissen, schließlich wird er
auch bisweilen als Gott der Illustration bezeichnet.
Wie auch immer, die beiden Künstler haben alle bisherigen
Schöpfungsgeschichte einen Moment auf die Seite geschoben, haben so getan,
als ob nichts da wäre und herausgekommen ist "Am Anfang". Genial!
Franz Lettner
Buch des Monats - Archiv
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