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Die zwei Wochen, von denen uns der Held mittels Tagebucheintragungen erzählt, beginnen damit, dass er in der Zeitung von einem Holländer - übrigens heißt er auch Herbert - liest, der sieben Millionen im Lotto gewonnen hat. Und wenige Stunden später von einem Bus überfahren wurde und gelähmt ist. Wie meint Espen ganz richtig zum Leser: Du kannst nie wissen, was passieren wird. Und das kann ich natürlich auch nicht, aber ich bereite mich gern so gut ich kann auf alles vor. Das heißt: Espen ruft alle möglichen Beratungsstellen an, solange er sie noch nicht braucht. Er versucht, blind durchs Leben zu gehen, solange er noch sehen kann. Er testet Feuerlöscher und Brandmelder, solange es noch nicht brennt. Er lässt die Wohnung Behinderten gerecht umbauen, solange alle Familienmitglieder noch gesund sind. Der norwegische Autor lässt seinen Helden in einem vorgeblich naiven und zugleich altklugen Ton sprechen, der die LeserInnen immer wieder vertraulich miteinbezieht in seine Gedankenwelt. Er baut den Plot sorgfältig auf, lässt eine Aktion der anderen klug folgen, immer subtil angekündigt, immer deutlich gesteigert - bis es am Ende zu einer Art Implosion kommt. Es sind in erster Linie die Eltern die Leid tragenden eines derart zum Chaos begabten Kindes, daher ist das Lesevergnügen für die Kinder sehr groß. Aber ausgesprochen humorvolle (oder kinderlose) Erwachsene werden auch ihren Spaß daran haben. So wie damals, als Espen noch Michel hieß.
Franz Lettner in "1000 und 1 Buch" Nr.4/2003 |
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Sauerländer 2003 |
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