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Wie kann man nur so grausam sein? Eine Frage, die sich unmittelbar bei der Lektüre einstellt. Als Vorwurf an die Bilderbuchmacher trifft sie aber die Falschen. Nicht Gewalt geht von diesen Kunst-Bildern aus, nein, viel an realer Gewalt ist in diese Bilder eingegangen. Man mag das Ganze als Parabel auf unsere Leistungsgesellschaft lesen: "Die Killer warn so abgestumpft, wie die Methoden unvertretbar." Faustrecht der Stärkeren. Provozierend dabei natürlich, dass als Raum der Handlung ein Kinderzimmer dient, der vermeintliche Schonraum mit Idylle heischender Blumentapete. Wie viel an Kampf beginnt bereits hier? Man mag es auch noch mal anders lesen. Denn weshalb wird hier eigentlich gemordet. Was treibt die Täter an? Die Liebe ist"s, die grausame. Wenn Gwendolin nachts schlafen geht, will jedes ihrer Schmusetiere das Auserwählte, das Ein-und-Alles sein. Das Motto "Es kann nur einen Liebling geben" lässt alle Figuren kämpfen in einem Spiel, das letztlich nur Verlierer kennt: Der letzte Überlebende, ein Teddy, der sich nun ein Leben als Superheld erträumt, wird von Gwendolin zum "Püppchen mit Perücke" umgemodelt und sanft erniedrigt. Alles verlorene Liebesmüh? Dennoch nicht aufgeben? Darf man den "Kampfgeist so irgendwie noch gelten" lassen? Und wer oder was ist Ihr persönliches "Gwendolin"? Klaus Nowak |
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Kunstmann 2002 |
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