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Für Marie gerät an diesem Tag, an dem ihr (zu viele) niederschmetternde Ungeheuerlichkeiten widerfahren, die Welt aus den Fugen. Bereits am Titelblatt kündigt sich drohendes Unheil am Weg zum Kindergarten in Form eines undefinierbaren schwarzen Patzens vor Maries Füßen an: Dreck, Hundescheiße, schwarzes Loch? Was im Kindergarten folgt, sind reihenweise dumme, wenn auch alltägliche Kommentare einiger Kinder über Maries Aussehen. Den Stein ins Rollen bringt die Bemerkung: "Du hast aber große Füße", die sich das Mädchen (zu) sehr zu Herzen nimmt. Keiner bemerkt Maries Schutzlosigkeit an diesem Tag und so werden die an sich harmlosen Sticheleien zu Volltreffern auf ihr (vermutlich) angeknackstes Selbstbild. Marie beginnt sich hässlich zu finden und sie schämt sich. Sie ist die ganze Zeit damit beschäftigt, ihre großen Füße, den dicken Bauch und die Kartoffelnase irgendwie zu verbergen. Der Alltag ist hart: Auch zu Hause verschonen sie ihre Geschwister nicht und ihr Versuch, sich mit Schaukeln und Singen aus der trüben Stimmung zu befreien, scheitert an weiteren Bemerkungen des Nachbarjungen. Immer mehr verzweifelt das Kind an sich selbst. Es steckt im Sog eines emotionalen schwarzen Lochs, bis ihre Mutter kommt und sie aus diesem für sie unentrinnbaren Zustand befreit. Endlich bringt es Marie zustande, ihre Gefühle mitzuteilen und sich von der Mutter wieder "heilen" zu lassen. Grandios umgesetzt wird die dramatische Geschichte durch Verena Ballhaus Illustrationen. Die starken, flächig aufgetragenen Farben und die ausdrucksvollen Zeichnungen machen betroffen. Dem Bilderbuch liegt auch ein Marie-Ausschneidebogen bei, der eine hilfreiche Anregung sein kann, die tief gehende Geschichte zu verarbeiten. Sabine Karpischek |
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Bajazzo 2001 |
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