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Buch des Monats Jänner 2002
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Buch des Monats der AG Kinder- und Jugendliteratur
Zartog ist eine kleine, aber schnelle Lebensform, ohne Nase (weil er nicht
riechen kann) aber mit riesigen Augen für die Nachtsicht. Vielleicht haben
seine drei Eltern dem Achtjährigen doch zu viel zugetraut, als sie ihm
erlaubten, eine fliegende Untertasse zu steuern. Jedenfalls setzt sich
Zartog in Null-Komma-Nichts über sämtliche Verbote hinweg, sodass sein
Bordcomputer nur mehr verzückt seufzt. "Auf einer Lichtung in einem Wädchen,
das zu einer Farm eines kleinen Dorfes in der Nähe von London gehört",
kreuzt sich seine Geschichte mit jener von Rachel und Lord Percy. Beide
gehören zu den schnellen, aber sehr hässlichen und gruseligen Lebensformen
- findet zumindest Zartog, dem bei ihrem Anblick alle sieben Körperflüssigkeiten
gefrieren. Rachel ist ein kleines achtjähriges Mädchen mit riesigen Augen
(weil sie so schlecht sieht und ihre Brille ihre Augen gewaltig vergrößert)
und krausem Haar ("weil sie sich zum Geburtstag eine Afrofrisur hat machen
lassen"). Lord Percy ist ein kleines Wesen mit vier kurzen Beinen (weil
sein Bauch dann nicht so am Boden entlang schubbert) und einer feuchten
Nase ("weil sie dreißigtausend Mal besser riecht als die trockenen Nasen
der meisten Zweibeiner"). Wenn allerdings der Rest von ihm feucht wird,
riecht er dreißigtausend Mal schlimmer als die meisten Zweibeiner).
Indem die personale Erzählperspektive kapitelweise
zwischen den drei Figuren hin und her pendelt, spitzt sich die in mehreren
Strängen verlaufende Handlung rasend schnell zu. So entsteht aus einer
simplen, aber dank Zeitreise sogar zweimaligen Verwechslung ihrer Fernbedienungen
eine mit unzähligen kuriosen Pointen gespickte, herrlich ausgelassene
Geschichte. "Hey Klasse", würde Zartogs Bordcomputer sicher sagen, "voll
krass!"
Gabriele Grunt
Buch
des Monats - Archiv

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