Buch des Monats der AG Kinder- und Jugendliteratur

Zartog ist eine kleine, aber schnelle Lebensform, ohne Nase (weil er nicht riechen kann) aber mit riesigen Augen für die Nachtsicht. Vielleicht haben seine drei Eltern dem Achtjährigen doch zu viel zugetraut, als sie ihm erlaubten, eine fliegende Untertasse zu steuern. Jedenfalls setzt sich Zartog in Null-Komma-Nichts über sämtliche Verbote hinweg, sodass sein Bordcomputer nur mehr verzückt seufzt. "Auf einer Lichtung in einem Wädchen, das zu einer Farm eines kleinen Dorfes in der Nähe von London gehört", kreuzt sich seine Geschichte mit jener von Rachel und Lord Percy. Beide gehören zu den schnellen, aber sehr hässlichen und gruseligen Lebensformen - findet zumindest Zartog, dem bei ihrem Anblick alle sieben Körperflüssigkeiten gefrieren. Rachel ist ein kleines achtjähriges Mädchen mit riesigen Augen (weil sie so schlecht sieht und ihre Brille ihre Augen gewaltig vergrößert) und krausem Haar ("weil sie sich zum Geburtstag eine Afrofrisur hat machen lassen"). Lord Percy ist ein kleines Wesen mit vier kurzen Beinen (weil sein Bauch dann nicht so am Boden entlang schubbert) und einer feuchten Nase ("weil sie dreißigtausend Mal besser riecht als die trockenen Nasen der meisten Zweibeiner"). Wenn allerdings der Rest von ihm feucht wird, riecht er dreißigtausend Mal schlimmer als die meisten Zweibeiner).

Indem die personale Erzählperspektive kapitelweise zwischen den drei Figuren hin und her pendelt, spitzt sich die in mehreren Strängen verlaufende Handlung rasend schnell zu. So entsteht aus einer simplen, aber dank Zeitreise sogar zweimaligen Verwechslung ihrer Fernbedienungen eine mit unzähligen kuriosen Pointen gespickte, herrlich ausgelassene Geschichte. "Hey Klasse", würde Zartogs Bordcomputer sicher sagen, "voll krass!"

Gabriele Grunt

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Herbie Brennan:
Zartog aus dem All


Ill. von Neal Layton
Aus dem Englischen von Frank Böhmert

dtv 2001
92 Seiten


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