Buch des Monats der AG Kinder- und Jugendliteratur

Grandios mit einem Vorspann wie im Film eröffnet, startet der in London lebende Japaner Kitamura - in bester Manier einer Verwechslungskomödie - ein sagenhaft komisches und raffiniertes Spiel mit Identitäten: Nach dem misslungenen Zauberspruch einer seltsamen alten Frau wird der Junge Nick nämlich zu seinem Kater Leonardo, und Leonardo nimmt die äußere Gestalt seines Besitzers Nick an. Hinreißend begleitet von Gemälden aus der Kunst, die die absurd-witzigen Erfahrungen der beiden Protagonisten dezent im Hintergrund widerspiegeln, entfaltet sich in eckigem, treffendem Comicstrich ein atemberaubendes Panorama ungewollter Rollenspiele: Nick (oder Leonardo?) erzählt in wunderbar lakonischer Umgangssprache von seinen irritierenden Begegnungen mit der liebestollen Nachbarskatze Jolanda, seiner ignoranten Katzenmutter Elise oder dem katzenhassenden Nachbarshund, und Leonardo (Nick?) wird in rasant aufeinander folgenden Bildfeldern bei den verzweifelten Versuchen beobachtet seinen Pullover sauber zu lecken, den Goldfisch zu fangen oder das Katzenklo zu besuchen.

Vor zarten Farbgründen findet das turbulente, amüsante und intelligente Feuerwerk der Situationskomik schließlich zu einem verblüffenden und hier nicht verratenem Ende. Lesen Sie nach und gönnen Sie sich diesen in Sprache, Erzähltechnik und Illustration bestechenden Katertag!

Silke Rabus

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Satoshi Kitamura:
Katertag


Aus dem Englischen von Dorothee Haentjes

Ellermann 2000
32 Seiten


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