Das vom Institut für Jugendliteratur konzipierte Projekt "Bilderbuch-Kindergarten" startete 2011 in acht Betreuungseinrichtungen der Stadt Linz. 530 Kinder nahmen im ersten Jahr an diesem Projekt teil, das sich u.a. zum Ziel gesetzt hat, die Sprachkompetenz der Kinder zu stärken und möglichst früh einen positiven Zugang zum Medium Buch zu schaffen. Im nunmehr zweiten Projektjahr 2012/2013 sind bereits 14 Kindergärten mit rund 1000 Kindern mit dabei.

Ein Rucksack voller Bilderbücher
Seit Oktober 2012 bieten die Linzer Bilderbuch-Kindergärten ein großes Vorlese-Abenteuer – mit einem Rucksack voller speziell ausgewählter Bilderbücher. Woche für Woche tauchen die Kinder in eine neue Bilderbuchwelt ein und erleben stets spannende Abenteuer – mal gleich in mehreren Sprachen, mal als Bilderbuchkino, immer unterstützt von begleitenden Materialien.
Gemeinsam mit dem Schweinchen “Olivia” entdecken sie Venedig und natürlich ganz viel Gelato; in Begleitung des “Vollmondorchesters” unternehmen sie eine musikalische Reise zum Erdtrabanten. Mit viel Spaß lernen sie bei “Lirum Larum Lecker” Wichtiges über Lebensmittel und Ernährung, nach dem Motto “Alles Farbe!” erkunden sie das Wesen unserer (Alltags-) Dinge. Die nach qualitativen Kriterien getroffene Auswahl – 12 Bilderbücher aus der neueren deutschsprachigen Produktion – berücksichtigt verschiedene Themenbereiche und unterschiedliche illustrative Zugänge.
Damit wird ein breit gestreutes Angebot erzielt, mit dem in der Vermittlungsarbeit individuell vorgegangen werden kann. Der Focus der Buchauswahl liegt in inhaltlicher Richtung auch auf gesellschaftspolitisch relevanten Themen wie Migration, Fremdenfeindlichkeit, Armut und Geschlechterrollen. Zudem bietet die Kollektion mehrsprachige Bücher und Zusatzangebote durch andere Medien. Der Bilderbuch-Rucksack verbleibt nach dem Projektende im Kindergarten, sodass die Aktion auch dem Medienbestandsaufbau dient.

Kreative Inszenierung der Bilderbuch-Welten
Schaulust und Hörgenuss bestimmen die „Vorlesephase“ im Kindergarten. Sobald diese abgeschlossen ist, ist die Kreativität der Kinder gefordert. Gemeinsam mit den PädagogInnen wählen sie eines der gelesenen Bücher aus, um dessen Bilder-Welt mit allen Sinnen neu entstehen zu lassen. Anschließend wird an einer lustvollen Präsentation des Buches gearbeitet, die zum Beispiel die Botschaft des Buches verdeutlicht, den Schauplatz näher beleuchtet oder mit Figuren und Charakteren spielt.
Der Fantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt; als Hilfestellung sind jedoch im Bilderbuch-Rucksack auch Hinweise für mögliche Installationen enthalten.


Präsentation im öffentlichen Raum
Die Ergebnisse der spielerisch-künstlerischen Beschäftigung mit den ausgesuchten Bilderbüchern bleiben allerdings nicht in den Räumen des Kindergartens, sondern werden hinaus in die Stadt getragen. Denn diese kreativen Umsetzungen des Bilderbuches werden an öffentlichen Orten „inszeniert“: In den Schaufenstern von Buchhandlungen und Büchereien, von aktiven und leer stehenden Geschäften, usw.
Die Präsentation im öffentlichen Raum – in den Monaten Mai und Juni 2013 – führt zu einer sinnvollen Kooperation des Kindergartens mit seiner Umgebung, etwa mit umliegenden Geschäftsleuten. Die Arbeit der Einrichtung wird öffentlich sichtbar, die Identifikation der Kinder mit „ihrem“ Kindergarten gehoben, das Thema „Vorlesen“ bzw. „Leseförderung“ öffentlich wahrgenommen.

Den Abschluss des Projekts bildet das zweite Linzer Kinder-Lesefest vor dem Neuen Rathaus am 5. Juli, zu dem alle Familien von Linzer Kindergartenkindern eingeladen werden. Die 14 Bilderbuchkindergärten präsentieren ihre Werke auf jeweils eigenen Ständen. Der städtische Spielbus mit großer Hüpfburg, Kinderschminken und Luftballonstation wird ebenfalls vor Ort sein. Ein Lesezelt auf der Terrasse des Neuen Rathauses mit dem Titel „Gemma Lesen“ lädt zum gemeinsamen Schmökern ein.

 

 


Karin Haller und der Linzer Vizebürgermeister Klaus Luger präsentieren den Bilderbuchrucksack 2013



Im Rahmen des Projekts: Ausstellung im Linzer Ars Electronica Center
ab 24. Mai 2013
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